Tink-Tank, Geo-Storming, Hombroich, Die Zukunft denken

Die Zukunft denken

#Think-Tank

Wie ein „Think-Tank“ die evangelische Kirche von morgen beflügeln kann

„Wir sind eine junge Truppe, die sich zusammengefunden hat, um eine Basis zu schaffen, damit die Kirche neue Wege gehen kann."

Tamara Schellhorn ist aus Rostock zum "Think-Tank 2030" angereist. Insgesamt sind 18 Schüler und Schülerinnen, Studenten und Studentinnen, Vikare und Vikarinnen aus vierzehn evangelischen Landeskirchen für ein Wochenende auf die Raketenstation Hombroich bei Neuss gekommen. Sie wollen über ihre Kirche der Zukunft reden. Innovatives und anderes Denken ist erlaubt, sogar erwünscht.
"Was sind christliche Werte überhaupt?" - Dörte MohmeAm Anfang geht es darum eine Bestandsaufnahme zu machen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden gebeten, einen Alltagsgegenstand mitzubringen, den sie in eine Zeitkapsel legen würden für die Kirche der Zukunft. Was ist ihnen wertvoll, was soll der Kirche nicht verloren gehen? Da liegen dann zum Beispiel eine Brille, eine Zeitung, ein Sack Kompost, ein Bleistift. Das Knäckebrot etwa, soll wie die Kirche etwas sein, das man sich für schlechte Zeiten aufbewahrt. Das Ladekabel von Sophia Dollan, „die Erinnerung daran, dass die Kirche Kraft geben kann, aber auch daran, dass sie den Anschluss nicht verlieren darf.“

Nachmittags steht das „Geo-Storming“ auf dem Programm, eine Mischung aus Geocaching und Brainstorming.

"Für Beteiligte kann Liturgie ein Anker sein und für Aussenstehende ein Hindernis." - Christiane Trumpp Nicht nur das reale Terrain der Raketenstation wird dabei erkundet, sondern auch das thematische Terrain „Zukunft Kirche“. In Dreiergruppen wandern die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sechs Workshop-Stationen ab.

Zahlen & Fakten

Was ist ein Think-Tank?

Wie steht es um die Zukunft der Kirche und wie sieht die Kirche der Zukunft aus? An welchen Orten wird Glauben sichtbar und wie gestaltet sich die Gemeinde der Zukunft? Welche Rolle spielt die Kirche in der Gesellschaft von Morgen und wie kann sie diejenigen erreichen, die am Rand stehen? Diese und andere Fragen beschäftigen angehende Pfarrerinnen und Pfarrer bei der Initiative „Think-Tank 2030“. Gemeinsam entwickeln sie Thesen, Fragen und kreative Entwürfe zur Kirche von Morgen.

 

Abends werden dann die Ergebnisse des Tages präsentiert, die selbst gedrehten Filme gezeigt und es wird weiter diskutiert. Darüber, was die Zukunft der Kirche behindern könnte: „inhaltliche Beliebigkeit“, „fehlender Kontakt zu den Menschen“, „fehlendes Geld“, „zu wenig für Kinder und Jugendliche“, „noch mehr Verwaltungsstrukturen“, „den Sonntag als Werktag aufrufen“. Das alles wollen die jungen Denker nicht. Student Marcel Schmidt fasst nach einigem Ringen die Grundstimmung in der Gruppe so zusammen: „Eigentlich sind wir ja optimistisch“, schießt es aus ihm heraus, „es rappelt nur gerade und es ist gut, die Probleme anzuerkennen.“

Am nächsten Tag, werden die Ideen in Plakat-Form gebracht. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sollen sich Handlungsaufforderungen für die Kirche von morgen überlegen. Das Ergebnis: kreative Plakate, stolze Teilnehmer und Teilnehmerinnen und viel Diskussionsstoff.

„Wenn ich keine eschatologische Hoffnung mehr hätte, würde ich den Job nicht machen.“ - Tom SillerAn der Wand hängen die Forderungen für die Kirche der Zukunft. Eine Plakatserie spielt mit einem Negativ-Szenario. Die Headlines lauten etwa: "Homosexualität ist Sünde“ oder „Nur das Nötigste“ und alle haben den Untertitel „Ist das die Zukunft der Kirche?“ Auf anderen Plakaten spielt der Ruf nach mehr Individualisierung eine große Rolle. Einige Plakate haben ganz konkrete Einzelforderungen, wie die Abschaffung des § 39 (2) im Pfarrdienstgesetz der EKD und die darin vorgeschriebene Zugehörigkeit der Ehepartner von Pfarrern zur evangelischen bzw. christlichen Kirche.

Am Ende des Think-Tanks werden Wünsche dingfest gemacht. Um verbindlich festzuhalten, was jeder und jede Einzelne tun kann, werden neben die konkreten Ideen die Namen derjenigen geklebt, die sich in den nächsten Monaten damit beschäftigen möchten. Alle melden sich, wollen mitarbeiten an der Kirche der Zukunft.

Aus den Fremden ist eine Gruppe geworden, aus Ideen zu Spiritualität und kirchlicher Gemeinschaft sind Filme und Handlungsaufforderungen entstanden und jeder nimmt ein Projekt zum Weiterführen mit. Meredith Voßloh fährt begeistert Heim: "Es hat hier alle motiviert, Gedanken zu haben, die konkreter sind als ‚Lass uns die Welt verbessern‘. Jetzt wissen wir auch wie!“

 
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Die Zukunft denken

Wie ein „Think-Tank“ die evangelische Kirche von morgen beflügeln kann

„Wir sind eine junge Truppe, die sich zusammengefunden hat, um eine Basis zu schaffen, damit die Kirche neue Wege gehen kann."

Tamara Schellhorn ist aus Rostock zum "Think-Tank 2030" angereist. Insgesamt sind 18 Schüler und Schülerinnen, Studenten und Studentinnen, Vikare und Vikarinnen aus vierzehn evangelischen Landeskirchen für ein Wochenende auf die Raketenstation Hombroich bei Neuss gekommen. Sie wollen über ihre Kirche der Zukunft reden. Innovatives und anderes Denken ist erlaubt, sogar erwünscht.
"Was sind christliche Werte überhaupt?" - Dörte MohmeAm Anfang geht es darum eine Bestandsaufnahme zu machen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden gebeten, einen Alltagsgegenstand mitzubringen, den sie in eine Zeitkapsel legen würden für die Kirche der Zukunft. Was ist ihnen wertvoll, was soll der Kirche nicht verloren gehen? Da liegen dann zum Beispiel eine Brille, eine Zeitung, ein Sack Kompost, ein Bleistift. Das Knäckebrot etwa, soll wie die Kirche etwas sein, das man sich für schlechte Zeiten aufbewahrt. Das Ladekabel von Sophia Dollan, „die Erinnerung daran, dass die Kirche Kraft geben kann, aber auch daran, dass sie den Anschluss nicht verlieren darf.“

Nachmittags steht das „Geo-Storming“ auf dem Programm, eine Mischung aus Geocaching und Brainstorming.

"Für Beteiligte kann Liturgie ein Anker sein und für Aussenstehende ein Hindernis." - Christiane Trumpp Nicht nur das reale Terrain der Raketenstation wird dabei erkundet, sondern auch das thematische Terrain „Zukunft Kirche“. In Dreiergruppen wandern die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sechs Workshop-Stationen ab.

Abends werden dann die Ergebnisse des Tages präsentiert, die selbst gedrehten Filme gezeigt und es wird weiter diskutiert. Darüber, was die Zukunft der Kirche behindern könnte: „inhaltliche Beliebigkeit“, „fehlender Kontakt zu den Menschen“, „fehlendes Geld“, „zu wenig für Kinder und Jugendliche“, „noch mehr Verwaltungsstrukturen“, „den Sonntag als Werktag aufrufen“. Das alles wollen die jungen Denker nicht. Student Marcel Schmidt fasst nach einigem Ringen die Grundstimmung in der Gruppe so zusammen: „Eigentlich sind wir ja optimistisch“, schießt es aus ihm heraus, „es rappelt nur gerade und es ist gut, die Probleme anzuerkennen.“

Am nächsten Tag, werden die Ideen in Plakat-Form gebracht. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sollen sich Handlungsaufforderungen für die Kirche von morgen überlegen. Das Ergebnis: kreative Plakate, stolze Teilnehmer und Teilnehmerinnen und viel Diskussionsstoff.

„Wenn ich keine eschatologische Hoffnung mehr hätte, würde ich den Job nicht machen.“ - Tom SillerAn der Wand hängen die Forderungen für die Kirche der Zukunft. Eine Plakatserie spielt mit einem Negativ-Szenario. Die Headlines lauten etwa: "Homosexualität ist Sünde“ oder „Nur das Nötigste“ und alle haben den Untertitel „Ist das die Zukunft der Kirche?“ Auf anderen Plakaten spielt der Ruf nach mehr Individualisierung eine große Rolle. Einige Plakate haben ganz konkrete Einzelforderungen, wie die Abschaffung des § 39 (2) im Pfarrdienstgesetz der EKD und die darin vorgeschriebene Zugehörigkeit der Ehepartner von Pfarrern zur evangelischen bzw. christlichen Kirche.

Am Ende des Think-Tanks werden Wünsche dingfest gemacht. Um verbindlich festzuhalten, was jeder und jede Einzelne tun kann, werden neben die konkreten Ideen die Namen derjenigen geklebt, die sich in den nächsten Monaten damit beschäftigen möchten. Alle melden sich, wollen mitarbeiten an der Kirche der Zukunft.

Aus den Fremden ist eine Gruppe geworden, aus Ideen zu Spiritualität und kirchlicher Gemeinschaft sind Filme und Handlungsaufforderungen entstanden und jeder nimmt ein Projekt zum Weiterführen mit. Meredith Voßloh fährt begeistert Heim: "Es hat hier alle motiviert, Gedanken zu haben, die konkreter sind als ‚Lass uns die Welt verbessern‘. Jetzt wissen wir auch wie!“

Zahlen & Fakten

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