Dörte Mohme und Mitprotestanten beim G20-Gipfel, „God's solution? Revolution!“

„God's solution? Revolution!“

#Zukunft

Ein Nachbericht zum G20-Gipfel von der Think-Tank-Teilnehmerin Dörte Mohme.

Dörte Mohme studiert seit 2012 Theologie, zuerst in Münster und jetzt in Marburg. Auf dem Think-Tank Ende Juni hat sie gemeinsam mit anderen Student*innen und Vikar*innen über die Zukunft der Kirche nachgedacht. Für sie gehören das Nachdenken über die Zukunft der Kirche und die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen zusammen. Dörte sagt was sie denkt – zum Beispiel auf dem G20-Gipfel in Hamburg.
Für „Das volle Leben“ berichtet sie aus ihrem Blickwinkel über Kritik und Protest, Visionen und Diskussionen:
 

Wofür Protestant*innen protestieren

Die G20, die die zwanzig reichsten  Länder Welt vertreten, treffen sich mitten in Hamburg. Zusammen mit Banker*innen und Wirtschaftsexpert*innen reden sie über Probleme, die sie selbst (mit)verursachen: Kriege, Flucht, Klimawandel, Wirtschaftskrisen, Terrorismus. „Diese Wirtschaft tötet.“, hat Papst Franziskus gesagt. Die G20 repräsentieren diese Wirtschaft und wollen weiter von ihr profitieren. Der offizielle Gipfel wirkt auf mich und meine Mitstreiter*innen wie eine weltferne, egoistische Machtinszenierung.
Dagegen muss man protestieren - und stattdessen für eine solidarische Welt, Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einstehen. Mit einer Gruppe Theologiestudent*innen vom Befreiungstheologischen Netzwerk war ich deshalb von Dienstag bis Samstag bei den Protesten in Hamburg. Nein, wir haben keine Autos angezündet, keine Steine geschmissen und wurden nicht eingesperrt. Wir haben friedlich demonstriert:  bei einem Straßenfest, auf einer Demo gegen Sexismus,  beim interreligiösen Friedensgebet, bei einer Kunstperformance und bei mehreren Gebetszeiten. Bei der „Lieber Tanz ich als G20“ Demo mit 11.000 Demonstrierenden zogen wir stundenlang mit Plakaten und Fahnen durch die Straßen, vorbei an bunten Anti-G20-Bannern an Balkons. Tanzen blieb die ganze Woche lang eine Form unseres Protests: trotzig, ausdauernd und dickköpfig friedlich.

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Lieber Tanz ich als G20
 

© Dörte Mohme

 

In den Nachrichten wurde leider überwiegend über Gewaltexzesse berichtet. Das spielt natürlich denen in die Hände, die Gewalt einsetzten, und übertönt die inhaltliche, berechtigte Kritik an G20. Wir haben erlebt wie bei einer friedlichen, angemeldeten Tanzdemo die Polizei über Stunden einen Wasserwerfer auf die Tanzenden gerichtet hielt. Auf dem Weg zu einer Straßenblockade wurden wir von Polizist*innen zwischen zwei Häuserblocks mit Pfefferspray und Schlagstöcken eingekesselt. Auch die Krawalle der Autonomen, Sachbeschädigung, Glasflaschen, die auf Polizist*innen und Demonstrierende geworfen wurden, Molotow-Cocktails – in Hamburg war vieles einschüchternd. Machtinszenierungen und Gewalt können Politiker*innen, Polizei und Autonome gleich gut.

Aber ich glaube, Gottes Logik ist ganz anders: Hass, Feindbilder und Gewalt gehören nicht dazu und sind unnötig. In meinen Augen hatte Maria Recht, als sie sang, dass Gott die Mächtigen vom Thron stößt und die Niedrigen erhöht – aber auch, dass Gott Hungrige satt macht und Reiche leer ausgehen lässt (in der Bibel Lukasevangelium Kapitel 1).
Deshalb: Solidarität, Gewaltloser Widerstand gegen Unrecht, Kritik und Protest gegenüber Mächtigen, kreative Irritationen, Visionen und Diskussionen darüber, wie die Welt gerechter und friedlicher sein kann – all das ist spannend und dringend nötig. Und dafür wollen wir einstehen.

 
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„God's solution? Revolution!“

Ein Nachbericht zum G20-Gipfel von der Think-Tank-Teilnehmerin Dörte Mohme.

Dörte Mohme studiert seit 2012 Theologie, zuerst in Münster und jetzt in Marburg. Auf dem Think-Tank Ende Juni hat sie gemeinsam mit anderen Student*innen und Vikar*innen über die Zukunft der Kirche nachgedacht. Für sie gehören das Nachdenken über die Zukunft der Kirche und die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen zusammen. Dörte sagt was sie denkt – zum Beispiel auf dem G20-Gipfel in Hamburg.
Für „Das volle Leben“ berichtet sie aus ihrem Blickwinkel über Kritik und Protest, Visionen und Diskussionen:
 

Wofür Protestant*innen protestieren

Die G20, die die zwanzig reichsten  Länder Welt vertreten, treffen sich mitten in Hamburg. Zusammen mit Banker*innen und Wirtschaftsexpert*innen reden sie über Probleme, die sie selbst (mit)verursachen: Kriege, Flucht, Klimawandel, Wirtschaftskrisen, Terrorismus. „Diese Wirtschaft tötet.“, hat Papst Franziskus gesagt. Die G20 repräsentieren diese Wirtschaft und wollen weiter von ihr profitieren. Der offizielle Gipfel wirkt auf mich und meine Mitstreiter*innen wie eine weltferne, egoistische Machtinszenierung.
Dagegen muss man protestieren - und stattdessen für eine solidarische Welt, Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einstehen. Mit einer Gruppe Theologiestudent*innen vom Befreiungstheologischen Netzwerk war ich deshalb von Dienstag bis Samstag bei den Protesten in Hamburg. Nein, wir haben keine Autos angezündet, keine Steine geschmissen und wurden nicht eingesperrt. Wir haben friedlich demonstriert:  bei einem Straßenfest, auf einer Demo gegen Sexismus,  beim interreligiösen Friedensgebet, bei einer Kunstperformance und bei mehreren Gebetszeiten. Bei der „Lieber Tanz ich als G20“ Demo mit 11.000 Demonstrierenden zogen wir stundenlang mit Plakaten und Fahnen durch die Straßen, vorbei an bunten Anti-G20-Bannern an Balkons. Tanzen blieb die ganze Woche lang eine Form unseres Protests: trotzig, ausdauernd und dickköpfig friedlich.

Lieber Tanz ich als G20

© Dörte Mohme

In den Nachrichten wurde leider überwiegend über Gewaltexzesse berichtet. Das spielt natürlich denen in die Hände, die Gewalt einsetzten, und übertönt die inhaltliche, berechtigte Kritik an G20. Wir haben erlebt wie bei einer friedlichen, angemeldeten Tanzdemo die Polizei über Stunden einen Wasserwerfer auf die Tanzenden gerichtet hielt. Auf dem Weg zu einer Straßenblockade wurden wir von Polizist*innen zwischen zwei Häuserblocks mit Pfefferspray und Schlagstöcken eingekesselt. Auch die Krawalle der Autonomen, Sachbeschädigung, Glasflaschen, die auf Polizist*innen und Demonstrierende geworfen wurden, Molotow-Cocktails – in Hamburg war vieles einschüchternd. Machtinszenierungen und Gewalt können Politiker*innen, Polizei und Autonome gleich gut.

Aber ich glaube, Gottes Logik ist ganz anders: Hass, Feindbilder und Gewalt gehören nicht dazu und sind unnötig. In meinen Augen hatte Maria Recht, als sie sang, dass Gott die Mächtigen vom Thron stößt und die Niedrigen erhöht – aber auch, dass Gott Hungrige satt macht und Reiche leer ausgehen lässt (in der Bibel Lukasevangelium Kapitel 1).
Deshalb: Solidarität, Gewaltloser Widerstand gegen Unrecht, Kritik und Protest gegenüber Mächtigen, kreative Irritationen, Visionen und Diskussionen darüber, wie die Welt gerechter und friedlicher sein kann – all das ist spannend und dringend nötig. Und dafür wollen wir einstehen.

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