Militärpfarrerin Elke Gericke, Militär­pfarrerin

Militär­pfarrerin

#DerverrücktesteBerufderWelt

Wie können wir uns als Kirche aus der Komfortzone bewegen?!

Sieben Fragen an Elke Gericke

Das muss man tun, um Militärpfarrerin zu werden:

"Dieser Job ist nichts für Berufsanfänger: Man muss bereits Pfarrerin in einer ganz normalen Landeskirche und auf Lebenszeit verbeamtet sein. Beim Bewerbungsgespräch trifft man den höchsten Vertreter des evangelischen Kirchenamtes der Bundeswehr und den Militärbischof. Außerdem muss man die Gesundheitsprüfung der Bundeswehr machen und wird vom Militärischen Abschirmdienst befragt. Erst wenn das alles unbedenklich ist, wird man für sechs Jahre eingestellt."

So sieht es im Kollegium aus:

"Im Moment gibt es deutschlandweit etwa hundert Stellen, aber nicht alle sind besetzt. Das hat sich mit dem ersten Arbeitstag geändert: Hinter den Kasernentoren öffnet sich eine unbekannte Welt, die ich gerade versuche kennenlernen und zu verstehen. Ich verfolge auch sehr viel genauer, an welchen Krisenherden auf der Welt die Bundeswehr tätig ist. Einer davon könnte ja ein mögliches Einsatzgebiet für mich werden."

So sieht sie das Berufsrisiko:

"Als Militärseelsorgerin werde ich auch in Kriegsgebiete reisen, ein solcher Einsatz dauert dann etwa vier Monate. Natürlich denkt man dabei zuerst an die Lebensgefahr, das hat mich auch schon einige Nächte gekostet. Aber ich habe mir dann klargemacht, dass noch nie ein Militärseelsorger verletzt oder sogar getötet worden ist. Ich gehöre eben nicht zu denen, die in vorderster Front stehen. Trotzdem ist es etwas völlig anderes als ein Leben in unserem gut abgesicherten Deutschland."

 

"Ich möchte mich der Frage stellen, was diese Menschen von uns als Kirche brauchen."

 

So reagiert ihre Familie:

"Mein Mann hat lange gebraucht, er fand meine Entscheidung unmöglich. Er hat in den 70er-Jahren Zivildienst gemacht und war genau wie ich in der Friedensbewegung der 80er-Jahre aktiv. Erst als er auch mal in der Kaserne war und die Soldaten persönlich kennenlernte, hat sich seine Haltung langsam verändert. Mir fiel die Annäherung leichter. Neulich bin ich sogar mit einem Panzer gefahren. Ich wusste vorher gar nicht, dass ich Technik so interessant finde."

Das bedeutet der Zusatz „AllgFspWNBw“ neben ihrer Telefonnummer:

"Damit ist das „Allgemeine Fernsprechwählnetz der Bundeswehr“ gemeint, also ein internes Telefonnetz mit eigenen Nummern. Aber das ist nur eine von vielen Kuriositäten, die einem täglich begegnen. Neulich habe ich einen ranghohen General nach einer Abkürzung gefragt, und er wusste selbst nicht, was das ausgeschrieben heißt."

Darum ist das ein Traumjob:

"Ich frage mich, wie wir uns als Kirche aus der eigenen Komfortzone herausbewegen können. Bevor ich Militärseelsorgerin wurde, habe ich als Pfarrerin an einer Gesamtschule in einem sozialen Brennpunkt gearbeitet. Da ist mir deutlich geworden, dass unsere Gemeinden häufig sehr isoliert sind und viele Seiten unserer Gesellschaft hier überhaupt nicht mehr vorkommen. Die Bundeswehr ist ein Ort außerhalb von Kirche. Ich möchte mich der Frage stellen, was diese Menschen von uns brauchen."

 

Elke Gericke arbeitet seit März 2016 als Militärpfarrerin in Aachen und ist für die Kasernen in Aachen, Geilenkirchen und Mechernich zuständig.

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Wie können wir uns als Kirche aus der Komfortzone bewegen?!

Sieben Fragen an Elke Gericke

Das muss man tun, um Militärpfarrerin zu werden:

"Dieser Job ist nichts für Berufsanfänger: Man muss bereits Pfarrerin in einer ganz normalen Landeskirche und auf Lebenszeit verbeamtet sein. Beim Bewerbungsgespräch trifft man den höchsten Vertreter des evangelischen Kirchenamtes der Bundeswehr und den Militärbischof. Außerdem muss man die Gesundheitsprüfung der Bundeswehr machen und wird vom Militärischen Abschirmdienst befragt. Erst wenn das alles unbedenklich ist, wird man für sechs Jahre eingestellt."

So sieht es im Kollegium aus:

"Im Moment gibt es deutschlandweit etwa hundert Stellen, aber nicht alle sind besetzt. Das hat sich mit dem ersten Arbeitstag geändert: Hinter den Kasernentoren öffnet sich eine unbekannte Welt, die ich gerade versuche kennenlernen und zu verstehen. Ich verfolge auch sehr viel genauer, an welchen Krisenherden auf der Welt die Bundeswehr tätig ist. Einer davon könnte ja ein mögliches Einsatzgebiet für mich werden."

So sieht sie das Berufsrisiko:

"Als Militärseelsorgerin werde ich auch in Kriegsgebiete reisen, ein solcher Einsatz dauert dann etwa vier Monate. Natürlich denkt man dabei zuerst an die Lebensgefahr, das hat mich auch schon einige Nächte gekostet. Aber ich habe mir dann klargemacht, dass noch nie ein Militärseelsorger verletzt oder sogar getötet worden ist. Ich gehöre eben nicht zu denen, die in vorderster Front stehen. Trotzdem ist es etwas völlig anderes als ein Leben in unserem gut abgesicherten Deutschland."

 

"Ich möchte mich der Frage stellen, was diese Menschen von uns als Kirche brauchen."

 

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"Mein Mann hat lange gebraucht, er fand meine Entscheidung unmöglich. Er hat in den 70er-Jahren Zivildienst gemacht und war genau wie ich in der Friedensbewegung der 80er-Jahre aktiv. Erst als er auch mal in der Kaserne war und die Soldaten persönlich kennenlernte, hat sich seine Haltung langsam verändert. Mir fiel die Annäherung leichter. Neulich bin ich sogar mit einem Panzer gefahren. Ich wusste vorher gar nicht, dass ich Technik so interessant finde."

Das bedeutet der Zusatz „AllgFspWNBw“ neben ihrer Telefonnummer:

"Damit ist das „Allgemeine Fernsprechwählnetz der Bundeswehr“ gemeint, also ein internes Telefonnetz mit eigenen Nummern. Aber das ist nur eine von vielen Kuriositäten, die einem täglich begegnen. Neulich habe ich einen ranghohen General nach einer Abkürzung gefragt, und er wusste selbst nicht, was das ausgeschrieben heißt."

Darum ist das ein Traumjob:

"Ich frage mich, wie wir uns als Kirche aus der eigenen Komfortzone herausbewegen können. Bevor ich Militärseelsorgerin wurde, habe ich als Pfarrerin an einer Gesamtschule in einem sozialen Brennpunkt gearbeitet. Da ist mir deutlich geworden, dass unsere Gemeinden häufig sehr isoliert sind und viele Seiten unserer Gesellschaft hier überhaupt nicht mehr vorkommen. Die Bundeswehr ist ein Ort außerhalb von Kirche. Ich möchte mich der Frage stellen, was diese Menschen von uns brauchen."

 

Elke Gericke arbeitet seit März 2016 als Militärpfarrerin in Aachen und ist für die Kasernen in Aachen, Geilenkirchen und Mechernich zuständig.

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